IT & Business?

"IT ist das beste Werkzeug, mit welchem Unternehmen ihre innere Komplexität auf das passende Mass reduzieren können. Der richtige Umgang mit Information ist wesentlich, da sonst die steigende Komplexität nicht beherrschbar ist. Das Ergebnis - man fällt unweigerlich zurück."

Michael Hadrian
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Die Perspektive der Führung auf Digitalisierung

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Die Perspektive der Führung auf Digitalisierung

Digitalisierung! So tönt es täglich von allen Dächern. Dabei haben Unternehmen Wichtigeres zu tun, als digitaler zu werden. Sie benötigen das Geld und die Ressourcen dringend für neue Märkte, neue Maschinen, für Forschung und Entwicklung. Diese Argumentation steht häufig aufkeimenden Bemühungen zur Digitalisierung im Weg. Und sie ist falsch. In folgendem Gedankenexperiment stelle ich dar, wie Führungskräfte Digitalisierung begreifen.


1. Ihr Unternehmen und sein Umfeld im Jetzt


Komplexitaetswelten 2015

Die externe Komplexität bezeichnet "alles, in der Welt da draußen", also alle Produkte die theoretisch möglich wären, Absatzmärkte und Zielgruppen in allen Kulturen und Gesellschaften, alle rahmengebenden Elemente wie Gesetze und Regulatorien usw. Aus Sicht des Unternehmens ist das das externe Umfeld.


Ihr Unternehmen bedient einen Ausschnitt aus diesem externen Umfeld. Durch Regeln (Sortiment, Zielpublikum, Märkte, Werte, Prozesse ...) ist festgelegt, welcher Ausschnitt das ist. Die Mitarbeiter wissen so, worauf sie sich konzentrieren sollen und ihre Kunden wissen, was sie bei ihnen kaufen können. Sie reduzierten die externe Komplexität auf eine, für ihr Unternehmen passende, interne Komplexität. Ihr Unternehmen nahm dadurch Gestalt an und wurde handlungs- und wettbewerbsfähig.


 


2. Ihr Unternehmen im Jetzt und sein Umfeld im Morgen


Externe Komplexität nimmt zu

Tendenziell nimmt die externe Komplexität zu. Wie gehen Sie mit diesem Trend um?


Instinktiv könnte man meinen, die interne Komplexität reduzieren zu müssen. Dies solle Raum schaffen, um die erhöhte externe Komplexität verarbeiten zu können. Das Gegenteil wird der Fall sein. Ihr Unternehmen deckt danach einen kleineren Ausschnitt des ursprünglichen externen Umfeldes ab. Dieser Effekt wird weiter verstärkt, weil dieser Ausschnitt relativ zur Komplexitätszunahme, noch kleiner wird.


Wenn Sie nichts tun, arbeitet ihr Unternehmen wie bisher weiter. Soweit so gut, eine Zeit lang wird das funktionieren. Bedenken sie jedoch, dass sie damit ihrem Unternehmen den Zugang zu neuen Chancen aus dem komplexeren externen Umfeld verwehren. Disruptive Technologien und Geschäftsmodelle entstehen, weil bestehende Technologien und Modelle mit der neuen Komplexität nicht adäquat umgehen können oder obsolet werden.



3. Ihr Unternehmen und sein Umfeld im Morgen


Interne Komplexität muss zunehmen

Sie werden die interne Komplexität erhöhen müssen.


Dies bedeutet, bestehende Regeln so anzupassen oder neue Regeln zu etablieren, dass ihr Unternehmen passend auf die neue externe Komplexität reagieren kann. Beispielsweise kann eine Öffnung des Iran einen tollen Markt für ihr Unternehmen bedeuten. Sie müssen jedoch ihr Unternehmen so aufstellen, dass der iranische Markt bedient werden kann. Ihr Unternehmen mit seinen Regeln wird komplexer.


In der Regel streben Unternehmen eine Dezentralisierung des Managements an. Sie bauen Regelkorridore auf, in denen sich das Management bewegen kann und überlässt ihnen Entscheidungen und die operative Durchführung des Geschäfts. Ein wesentlicher Bestandteil eines solchen Regelkorridors ist das Unternehmensleitbild.



Komplexität durch Digitalisierung managen

Digitalisierung ist ein Trendbegriff, zu Recht. Laut Wikipedia versteht man im Allgemeinen unter Digitalisierung die Aufbereitung von Informationen zur Verarbeitung oder Speicherung in einem digitaltechnischen System. Übertragen auf ihr Unternehmen ist das der Einsatz von IT-Technologien, um Kernprozesse (z.B. Entwicklung, Produktion) als auch Supportprozesse (z.B. Buchhaltung, Personal) effizienter und rascher, manchmal auch gänzlich anders, ablaufen lassen zu können.


Wenn Unternehmen ihre interne Komplexität erhöhen, bedeutet das in erster Linie zusätzliche Arbeit. Bleiben wir bei unserem Beispiel des Iran. Mit bestehendem Wissen wird der Markt nicht zu erobern sein. Der günstigste Weg wäre, die internen Wissensträger einzusetzen, ergänzt durch spezifische Wissensträger für den betroffenen Markt. Diese internen Wissensträger sind jedoch gefragte Ressourcen und nicht leicht frei zu bekommen. Sie sorgten immerhin bisher dafür, dass die oben erwähnten Regeln ausgeführt bzw. eingehalten wurden. Darauf basierte der Erfolg des Unternehmens.


IT-Technologien einzusetzen ist nichts anderes, als das Ausführen bzw. Einhalten der oben genannten Regeln zu automatisieren. Im Ergebnis werden ihre internen Wissensträger für neue Aufgaben frei gespielt.


Sie automatisieren sozusagen einen Teil der internen Komplexität, ohne die interne Komplexität zu reduzieren. Sie schaffen für ihre Mitarbeiterinnen den notwendigen Freiraum, um mit zusätzlicher internen Komplexität umgehen zu können. Je höher der Grad der Digitalisierung, je größer ist der Freiraum für neue Komplexität.


Fazit

Die Digitalisierung ist sicher nicht der einzige Faktor, der für den passenden Umgang mit der externen Komplexität ausschlaggebend ist. Jedoch sorgt sie dafür, dass ihr Unternehmen flexibler und damit rascher auf Chancen und Krisen reagieren kann. Dieser Vorteil sichert die Wettbewerbsfähigkeit ihres Unternehmens.

Über den Autor

Michael Hadrian ist selbstständiger Berater mit mehr als 20 Jahren Erfahrung im Bereich des IT-unterstützten Informations- und Dokumentenmanagements.

Durch seine Karriere bei einem renommierten Software-Hersteller im Bereich Enterprise Content Management und Enterprise Search eignete er sich ein breites technisches und organisatorisches Wissen an, was ihn bis zur Geschäftsführung führte. Bevor er sich selbständig machte, war er bei einem Beratungsunternehmen tätig. Michael Hadrian lebt in der Nähe von Linz, Österreich.